
20.06.2008:
Es war nicht einmal halb zehn in Deutschland, als
die Türe zu unserem - und vielen anderen Klassenzimmern
- aufgestoßen wurde und wir mit vorgehaltener
Wasser-Gun dazu aufgefordert wurden, das Klassenzimmer
zu verlassen und in den Schulhof (der lateinischen
Aula - dem Innenhof) zu gehen, und die Lehrer sich
im Lehrerzimmer zu versammeln hätten. Natürlich
leisteten wir keinen Widerstand und ließen uns
gern von der drückenden Wärme und einem
unermüdlichen Lernpensum ins Freie entführen
und fügten uns unserem Schicksal: dem ABI-Streich
2008 unter dem Motto "F.K.K. - AB Ins nackte
Leben!" (Anm. d. Red.: F. K. K. - Freiburger
Kolping-Kolleg)
Der
Innenhof bot schon gleich beim Hofausgang Sekt und
Selters, Kuchen und Törtchen sowie warme Würstchen
mit Brötchen, Curryketchup und Senf. Ein voller
Einkaufswagen, bei dem ich mich heute noch frage,
wo die Schule diese (es ist ja grundsätzlich
nicht nur einer) geklaut hat, bot die vielfältige
ABI-Zeitung für 2,50 Euro (für Schüler)
zum Verkauf an, derer ich mir eine sofort unter den
Nagel riss. Wirklich gelungenes Werk, bei dem mir
die Rechtschreibfehler im Impressum sogar geschenkt
wurden (waren zwar nicht ganz so viele, dass es sich
lohnen würde, sie bei eBay zu verscherbeln, aber
ich freu mich dennoch über dieses Geschenk ;)
Rumgereicht waren wir uns einig, dass es wirklich
eine schöne Zeitung mit viel interessantem Input
und einigen Anekdotenlachern geworden ist. Sehr schön
gemacht, liebe ABI-Zeitungs-Redaktion! Viel Arbeit
und Mühe und wirklich lesenswert!
Nicht
unerwähnt bleiben sollte, dass nun eine neue
Tradition eingeführt werden sollte, in dem eine
Geschichte fortgeführt wird, die in der ABI-Zeitung
ihren Anfang nimmt und die beste Version in der nächsten
ABI-Zeitung veröffentlicht wird, und mit einem
weiteren Gewinnspiel versehen werden soll. Das Gewinnspiel
versprach einen 10-Euro-Gutschein von IKEA für
all jene derzeitigen 12er, die sich daran versuchten,
die Geschichte gelungen fortzuführen.
Als
sich viele dann mit Speis, Trank und Lektüre
eingedeckt hatten, und wir mit weiterhin vorgehaltener
Wasser-Gun bedroht wurden, bloß zu bleiben,
wenn die Abiturienten schon dafür sorgten, dass
wir keinen Unterricht hätten, wurden die Spiele
eröffnet. Dass wir bleiben würden, stand
außer Frage - wie oft kann man denn schon miterleben,
wie Lehrer sich den Schülern fügen müssen?
 |
Die
Spiele begannen mit einem Stuhl"kreis"
der Lehrer, der an das Kinderspiel "die
Reise nach Jerusalem" erinnerte. Raul erklärte
die Spielregeln durch ein Mikrophon:
Die
Lehrer bekamen eine Aufgabe und mussten diese
so schnell wie möglich lösen und auf
ihren Platz zurückkehren. Wer die Aufgabe
nicht löste oder als letzter zurück
kam, musste ausscheiden. |
Und
so konnte man den Lehrkörper durch den Schulhof
rennen sehen, wie sie Schülern Mützen, Marlboro-Packungen,
Feuerzeuge, Sonnenbrillen oder Ringe unter anderem
wie Schuhen oder kompletten Schülern abluchsen
mussten, um diese auf schnellstem Weg zu ihrem Platz
zurückzubringen.
Die
Lehrer hielten sich gut, allen voran auch Frau Blumenstock,
die von ihrer Klasse unterstützt wurde, aber
dann letztendlich dennoch vorzeitig ausschied und
wir zu hören bekamen, dass wir doch näher
am Stuhlkreis hätten stehen können. So dankbar
ist man uns, wenn wir schon helfend zur Seite stehen,
sie hätte ja auch ihr eigenes Feuerzeug aus der
Tasche ziehen können, aber das habe sie sich,
wie sie der Redaktion im Nachhinein verriet, nicht
getraut. Es sei Ihnen verziehen, Frau Blumenstock.
;) <- das ist ein Smiley, Frau Blumenstock, sie
erinnern sich an Barcelona? *mit dem Gartenzaun wink*
Doch
zurück, denn mittlerweile kamen wir ins Halbfinale
zwischen Frau Blattmann für Deutschland und Frau
Westenberger-Kress für Frankreich. Als es dann
darum ging, eine der Deutschland-Flaggen zu ergattern,
die natürlich durch die Fußball-Europa-Meisterschaft
auch unseren Innenhof vereinnahmt hatten, gewann ausgerechnet
Frankreich, als Frau Westenberger-Kress mit einem
"Deutschland-Finger" zurückgerannt
kam, jedoch überaus dicht gefolgt von Frau Blattmann,
sodass es fast schon ein Unentschieden wurde. Der
Gewinner wurde natürlich herzlich beglückwünscht.
Das
nächste Spiel begann nach einer zehnminütigen
Pause. Ein lang vergessenes, in der Kindheit
aber heißgeliebtes Bobbycar wurde nun
zum Mittelpunkt des Geschehens. Regel des
Spiels: blind, behelmt und mit einer Footballrüstung
ausgestattet musste ein Lehrer sich auf das
Bobbycar begeben, das eine überaus hübsche,
blaue Farbe hatte und natürlich Blickfang
aller Umstehenden wurde.
Ein
zweiter Lehrkörper hatte dafür zu
sorgen, dass Lehrkörper eins das Gefährt
innerhalb der Parcourlinien richtig lenkt,
einmal am Ende der Strecke um zwei Stühle
fährt und dann wieder zurück zur
Ziellinie kommt, die zuvor die Startlinie
darstellte.
|
|
Man
sollte glauben, es sei kein schwieriges Unterfangen,
doch Team Blattmann/Blumenstock hatte ihre kleinen
Schwierigkeiten, nicht den Rasen zu überfahren
oder unschuldig Umstehende in einen Verkehrsunfall
zu verwickeln. Dennoch eine sehr passable Leistung,
was das zweite Team allerdings damit übertrumpfte,
dass Lehrkörper eins nicht geschoben, sondern
von Lehrkörper zwei an den Füßen vorangezogen
wurde. Die Spielregeln ließen dies offen, und
somit gewann das zweite Team mit gekonnten Kurven
und einer überragenden Zeitleistung. Herzlichen
Glückwunsch! Der Applaus besiegelte den Gewinn
und man durfte sich wieder zehn Minuten ausruhen,
bis es weiterging.
 |
Herrn
Fennig wurde währenddessen ein Platz
an der Sonne geboten. Ganz nach dem Cover
der ABI-Zeitung war ein Sonnenstuhl auf dem
Rasen mitten unter uns aufgebaut worden, unter
einem Bastsonnenschirm, unter dem Herr Fennig
mindestens zehn Minuten sitzen sollte, ohne
etwas zu sagen.
Natürlich
wurde dies von den Schülern nicht unausgenutzt
gelassen - denn man muss die Gelegenheit ergreifen
und gleich um schulfrei bitten, weil Schweigen
ja Zustimmung sei - zumindest laut der gesetzlichen
Lage der deutschen Wirtschaft. Weitere Sprechverführungen
wurden für Herrn Fennig zur Folter, gegen
die er sich letztendlich dann nicht mehr wehren
konnte, und so wurde dieser Regelbruch natürlich
bestraft.
|
Es
war Tortenboden, der vor Augen des Ziels mit unverschämt
viel Sahne besprüht wurde, und da die Schüler
sich natürlich zurückhalten wollten, gab
Raul Frau Westenberger-Kress den Vortritt mit dem
Zusatz, dass sie sich dies doch bestimmt schon lange
insgeheim wünschen würde, doch sie weigerte
sich strikt. Die Loyalität ihrem Chef gegenüber
schien wirklich gefestigt groß zu sein. Und
so erbarmte sich ein armer, freiwilliger aus der 12.
Klasse, diese Aufgabe zu übernehmen. Wir werden
natürlich immer hinter Dir stehen, denn Dein
folgendes Jahr wird hart werden - sehr hart.
Die
gesamte Schule schien sich hinter ihm zu versammeln,
jeder wollte ein Stück der Sahnetorte visuell
abbekommen und natürlich war es Ehrensache, dass
zuvor die Kleidung Herr Fennigs mit Müllsäcken
und Küchenrollenpapier geschützt wurde.
Schließlich wollte man nicht verantworten, dass
er das Schulfest verlassen musste, um sich umzuziehen.
Unter einem tosenden Anfeuern landete die Torte dann
nach einigem Zögern, denn es betraf nun ja doch
den Schulleiter höchstpersönlich, und mit
großen Entschuldigungsbekundigungen des ausführenden
Schülers inmitten Herr Fennigs Gesichts.
Er
überlebte diesen Überfall natürlich
unbeschadet und wurde mit großen Beifallsklatschen
wieder unter die sprechenden Lebenden aufgenommen.
Auch bot man ihm Hilfe beim Wischen, Putzen und Säubern
und die Entschuldigungsbekundigungen besagten Schülers
waren weiterhin über den ganzen Schulhof zu hören.
Wie
geschrieben, wir werden ihn natürlich nach
Leibeskräften unterstützen, denn das
darauffolgende Jahr wird für ihn wohl zum
Spießroutenlauf - vielleicht aber wurde
er nicht von Herrn Fennig erkannt, was ihm zugute
kommen könnte, denn er trug eine raffinierte
Elvis-Brille. Allerdings
möchte ich hier sagen, Herr Fennig, wenn
sie jetzt zur Redaktion kommen und behaupten,
wir sollten einen Artikel darüber schreiben,
dass Elvis doch noch lebe, dann werden wir ablehnen.
|
|
Wir
fügen uns nicht der Klatschspalte in der Regenbogenpresse,
dieses Thema ist leider schon etwas zu oft aufgetaucht,
daher bitten wir Sie, davon abzuzusehen, uns als Zeuge,
dass Elvis wahrhaftig wieder auferstanden sei, ein
Interview geben zu wollen.
 |
Das
nächste Spiel nahte, eine der gemütlichen
Rasenflächen wurde freigeräumt und
ein wohlbekanntes - sollte man meinen - Spielfeld
mit kunterbunten Farbkreisen aufgeschlagen.
"Twister"
war das Schlagwort, doch nicht jeder der vier
Lehrkörper, die daran teilnehmen sollten,
kannte das Spiel und somit wurde für alle
noch einmal die Regel erklärt:
Ein
Spieldrehrad wies an, welches Körperteil
auf welche Farbe gelegt werden solle und man
muss natürlich die Haltung waren. Wer kippt,
scheidet aus. |
Frau
Blattmann, Frau Büchler, Herr Eisenmann und Herr
Josten machten sich bereit - Schuhe ausziehen, Taschen
lehren, Brillen in Sicherheit bringen und schon einige
Augenblicke später wurden die Verrenkungen für
die vier zur Anstrengung. Doch sie hielten sich alle
sehr gut, bis die letzten beiden, Herr Josten und
Frau Büchler, am Längsten aushielten. Auch
hier tosender Applaus.
Daraufhin
verkündete die Dreizehn, von denen übrigens
alle das Abitur bestanden und zusammen einen
guten Schnitt lieferten, schulfrei und die
Musik wurde aufgedreht, um den Tag mit Lachen
und Amüsieren ausklingen zu lassen.
Vielen
Dank für Eure Mühe und Euren Einfallsreichtum.
Wir, die Redaktion der Schülerzeitung,
wünschen Euch für
|
|
Euren Weg alles erdenklich Gute, und hoffen, dass
Ihr manchmal an uns denkt, die wir das Abitur noch
vor uns haben.
Wir
glauben, Ihr werdet "es machen" und vielleicht
meldet Ihr Euch hin und wieder mal bei uns, um uns
von Euren Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten.
Es würde uns freuen :)
So
long,
aBraXaS
post
scriptum:
Weitere Bilder findet Ihr in unserer Zeitungsgalerie
;)
nach
oben
zurück
zur Übersicht
|