Kolping Kollegs Freiburg - Schülerzeitung
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Schülerzeitung des Kopling Kollegs Freiburg

 

 

ABI-Streich 2008: F.K.K. - AB Ins nackte Leben
Freiburger Kolping-Kolleg - Abi-Streich 2008 unter dem Motto: AB Ins nackte Leben am 20.06.2008. Weitere Bilder findest Du in der Zeitungsgalerie.
Schulisches der Schülerzeitung des Kopling Kollegs Freiburg

© Susanne Walter

20.06.2008: Es war nicht einmal halb zehn in Deutschland, als die Türe zu unserem - und vielen anderen Klassenzimmern - aufgestoßen wurde und wir mit vorgehaltener Wasser-Gun dazu aufgefordert wurden, das Klassenzimmer zu verlassen und in den Schulhof (der lateinischen Aula - dem Innenhof) zu gehen, und die Lehrer sich im Lehrerzimmer zu versammeln hätten. Natürlich leisteten wir keinen Widerstand und ließen uns gern von der drückenden Wärme und einem unermüdlichen Lernpensum ins Freie entführen und fügten uns unserem Schicksal: dem ABI-Streich 2008 unter dem Motto "F.K.K. - AB Ins nackte Leben!" (Anm. d. Red.: F. K. K. - Freiburger Kolping-Kolleg)

Der Innenhof bot schon gleich beim Hofausgang Sekt und Selters, Kuchen und Törtchen sowie warme Würstchen mit Brötchen, Curryketchup und Senf. Ein voller Einkaufswagen, bei dem ich mich heute noch frage, wo die Schule diese (es ist ja grundsätzlich nicht nur einer) geklaut hat, bot die vielfältige ABI-Zeitung für 2,50 Euro (für Schüler) zum Verkauf an, derer ich mir eine sofort unter den Nagel riss. Wirklich gelungenes Werk, bei dem mir die Rechtschreibfehler im Impressum sogar geschenkt wurden (waren zwar nicht ganz so viele, dass es sich lohnen würde, sie bei eBay zu verscherbeln, aber ich freu mich dennoch über dieses Geschenk ;) Rumgereicht waren wir uns einig, dass es wirklich eine schöne Zeitung mit viel interessantem Input und einigen Anekdotenlachern geworden ist. Sehr schön gemacht, liebe ABI-Zeitungs-Redaktion! Viel Arbeit und Mühe und wirklich lesenswert!

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass nun eine neue Tradition eingeführt werden sollte, in dem eine Geschichte fortgeführt wird, die in der ABI-Zeitung ihren Anfang nimmt und die beste Version in der nächsten ABI-Zeitung veröffentlicht wird, und mit einem weiteren Gewinnspiel versehen werden soll. Das Gewinnspiel versprach einen 10-Euro-Gutschein von IKEA für all jene derzeitigen 12er, die sich daran versuchten, die Geschichte gelungen fortzuführen.

Als sich viele dann mit Speis, Trank und Lektüre eingedeckt hatten, und wir mit weiterhin vorgehaltener Wasser-Gun bedroht wurden, bloß zu bleiben, wenn die Abiturienten schon dafür sorgten, dass wir keinen Unterricht hätten, wurden die Spiele eröffnet. Dass wir bleiben würden, stand außer Frage - wie oft kann man denn schon miterleben, wie Lehrer sich den Schülern fügen müssen?

© Susanne Walter

Die Spiele begannen mit einem Stuhl"kreis" der Lehrer, der an das Kinderspiel "die Reise nach Jerusalem" erinnerte. Raul erklärte die Spielregeln durch ein Mikrophon:

Die Lehrer bekamen eine Aufgabe und mussten diese so schnell wie möglich lösen und auf ihren Platz zurückkehren. Wer die Aufgabe nicht löste oder als letzter zurück kam, musste ausscheiden.

Und so konnte man den Lehrkörper durch den Schulhof rennen sehen, wie sie Schülern Mützen, Marlboro-Packungen, Feuerzeuge, Sonnenbrillen oder Ringe unter anderem wie Schuhen oder kompletten Schülern abluchsen mussten, um diese auf schnellstem Weg zu ihrem Platz zurückzubringen.

Die Lehrer hielten sich gut, allen voran auch Frau Blumenstock, die von ihrer Klasse unterstützt wurde, aber dann letztendlich dennoch vorzeitig ausschied und wir zu hören bekamen, dass wir doch näher am Stuhlkreis hätten stehen können. So dankbar ist man uns, wenn wir schon helfend zur Seite stehen, sie hätte ja auch ihr eigenes Feuerzeug aus der Tasche ziehen können, aber das habe sie sich, wie sie der Redaktion im Nachhinein verriet, nicht getraut. Es sei Ihnen verziehen, Frau Blumenstock. ;) <- das ist ein Smiley, Frau Blumenstock, sie erinnern sich an Barcelona? *mit dem Gartenzaun wink*

Doch zurück, denn mittlerweile kamen wir ins Halbfinale zwischen Frau Blattmann für Deutschland und Frau Westenberger-Kress für Frankreich. Als es dann darum ging, eine der Deutschland-Flaggen zu ergattern, die natürlich durch die Fußball-Europa-Meisterschaft auch unseren Innenhof vereinnahmt hatten, gewann ausgerechnet Frankreich, als Frau Westenberger-Kress mit einem "Deutschland-Finger" zurückgerannt kam, jedoch überaus dicht gefolgt von Frau Blattmann, sodass es fast schon ein Unentschieden wurde. Der Gewinner wurde natürlich herzlich beglückwünscht.

Das nächste Spiel begann nach einer zehnminütigen Pause. Ein lang vergessenes, in der Kindheit aber heißgeliebtes Bobbycar wurde nun zum Mittelpunkt des Geschehens. Regel des Spiels: blind, behelmt und mit einer Footballrüstung ausgestattet musste ein Lehrer sich auf das Bobbycar begeben, das eine überaus hübsche, blaue Farbe hatte und natürlich Blickfang aller Umstehenden wurde.

Ein zweiter Lehrkörper hatte dafür zu sorgen, dass Lehrkörper eins das Gefährt innerhalb der Parcourlinien richtig lenkt, einmal am Ende der Strecke um zwei Stühle fährt und dann wieder zurück zur Ziellinie kommt, die zuvor die Startlinie darstellte.

© Susanne Walter

Man sollte glauben, es sei kein schwieriges Unterfangen, doch Team Blattmann/Blumenstock hatte ihre kleinen Schwierigkeiten, nicht den Rasen zu überfahren oder unschuldig Umstehende in einen Verkehrsunfall zu verwickeln. Dennoch eine sehr passable Leistung, was das zweite Team allerdings damit übertrumpfte, dass Lehrkörper eins nicht geschoben, sondern von Lehrkörper zwei an den Füßen vorangezogen wurde. Die Spielregeln ließen dies offen, und somit gewann das zweite Team mit gekonnten Kurven und einer überragenden Zeitleistung. Herzlichen Glückwunsch! Der Applaus besiegelte den Gewinn und man durfte sich wieder zehn Minuten ausruhen, bis es weiterging.

© Susanne Walter

Herrn Fennig wurde währenddessen ein Platz an der Sonne geboten. Ganz nach dem Cover der ABI-Zeitung war ein Sonnenstuhl auf dem Rasen mitten unter uns aufgebaut worden, unter einem Bastsonnenschirm, unter dem Herr Fennig mindestens zehn Minuten sitzen sollte, ohne etwas zu sagen.

Natürlich wurde dies von den Schülern nicht unausgenutzt gelassen - denn man muss die Gelegenheit ergreifen und gleich um schulfrei bitten, weil Schweigen ja Zustimmung sei - zumindest laut der gesetzlichen Lage der deutschen Wirtschaft. Weitere Sprechverführungen wurden für Herrn Fennig zur Folter, gegen die er sich letztendlich dann nicht mehr wehren konnte, und so wurde dieser Regelbruch natürlich bestraft.

Es war Tortenboden, der vor Augen des Ziels mit unverschämt viel Sahne besprüht wurde, und da die Schüler sich natürlich zurückhalten wollten, gab Raul Frau Westenberger-Kress den Vortritt mit dem Zusatz, dass sie sich dies doch bestimmt schon lange insgeheim wünschen würde, doch sie weigerte sich strikt. Die Loyalität ihrem Chef gegenüber schien wirklich gefestigt groß zu sein. Und so erbarmte sich ein armer, freiwilliger aus der 12. Klasse, diese Aufgabe zu übernehmen. Wir werden natürlich immer hinter Dir stehen, denn Dein folgendes Jahr wird hart werden - sehr hart.

Die gesamte Schule schien sich hinter ihm zu versammeln, jeder wollte ein Stück der Sahnetorte visuell abbekommen und natürlich war es Ehrensache, dass zuvor die Kleidung Herr Fennigs mit Müllsäcken und Küchenrollenpapier geschützt wurde. Schließlich wollte man nicht verantworten, dass er das Schulfest verlassen musste, um sich umzuziehen. Unter einem tosenden Anfeuern landete die Torte dann nach einigem Zögern, denn es betraf nun ja doch den Schulleiter höchstpersönlich, und mit großen Entschuldigungsbekundigungen des ausführenden Schülers inmitten Herr Fennigs Gesichts.

© Susanne Walter
© Susanne Walter
© Susanne Walter
© Susanne Walter

Er überlebte diesen Überfall natürlich unbeschadet und wurde mit großen Beifallsklatschen wieder unter die sprechenden Lebenden aufgenommen. Auch bot man ihm Hilfe beim Wischen, Putzen und Säubern und die Entschuldigungsbekundigungen besagten Schülers waren weiterhin über den ganzen Schulhof zu hören.

Wie geschrieben, wir werden ihn natürlich nach Leibeskräften unterstützen, denn das darauffolgende Jahr wird für ihn wohl zum Spießroutenlauf - vielleicht aber wurde er nicht von Herrn Fennig erkannt, was ihm zugute kommen könnte, denn er trug eine raffinierte Elvis-Brille. Allerdings möchte ich hier sagen, Herr Fennig, wenn sie jetzt zur Redaktion kommen und behaupten, wir sollten einen Artikel darüber schreiben, dass Elvis doch noch lebe, dann werden wir ablehnen.

© Susanne Walter

Wir fügen uns nicht der Klatschspalte in der Regenbogenpresse, dieses Thema ist leider schon etwas zu oft aufgetaucht, daher bitten wir Sie, davon abzuzusehen, uns als Zeuge, dass Elvis wahrhaftig wieder auferstanden sei, ein Interview geben zu wollen.

© Susanne Walter

Das nächste Spiel nahte, eine der gemütlichen Rasenflächen wurde freigeräumt und ein wohlbekanntes - sollte man meinen - Spielfeld mit kunterbunten Farbkreisen aufgeschlagen.

"Twister" war das Schlagwort, doch nicht jeder der vier Lehrkörper, die daran teilnehmen sollten, kannte das Spiel und somit wurde für alle noch einmal die Regel erklärt:

Ein Spieldrehrad wies an, welches Körperteil auf welche Farbe gelegt werden solle und man muss natürlich die Haltung waren. Wer kippt, scheidet aus.

Frau Blattmann, Frau Büchler, Herr Eisenmann und Herr Josten machten sich bereit - Schuhe ausziehen, Taschen lehren, Brillen in Sicherheit bringen und schon einige Augenblicke später wurden die Verrenkungen für die vier zur Anstrengung. Doch sie hielten sich alle sehr gut, bis die letzten beiden, Herr Josten und Frau Büchler, am Längsten aushielten. Auch hier tosender Applaus.

Daraufhin verkündete die Dreizehn, von denen übrigens alle das Abitur bestanden und zusammen einen guten Schnitt lieferten, schulfrei und die Musik wurde aufgedreht, um den Tag mit Lachen und Amüsieren ausklingen zu lassen.

Vielen Dank für Eure Mühe und Euren Einfallsreichtum. Wir, die Redaktion der Schülerzeitung, wünschen Euch für

© Susanne Walter

Euren Weg alles erdenklich Gute, und hoffen, dass Ihr manchmal an uns denkt, die wir das Abitur noch vor uns haben.

Wir glauben, Ihr werdet "es machen" und vielleicht meldet Ihr Euch hin und wieder mal bei uns, um uns von Euren Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten. Es würde uns freuen :)

So long,
aBraXaS

post scriptum:
Weitere Bilder findet Ihr in unserer Zeitungsgalerie ;)

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