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Die
Tore der Welt
Autor: Ken Follett
Übersetzung: Dietmar
Schmidt, Rainer Schumacher
Illustrator: Jan Balaz
Genre: Historischer Roman
ISBN-13: 978-3-7857-2316-6
ISBN-10: 3785723164
Sprache: Deutsch
Verlag: Luebbe Verlagsgruppe
Gebundene Ausgabe: 1120 Seiten
Auflage I: 29. Februar 2008
Original: World without End
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Einleitung
& Inhalt
Eine Fortsetzung des Bestsellers "Säulen
der Erde", auf die man ganze 18 Jahre warten
musste. Nur gute Überredenskunst und die vielen
Anfragen konnten Ken Follett dazu ermutigen, dieses
Buch zu schreiben. 200 Jahre nach der Geschichte von
Jack Builder tritt nun sein Nachfahre Merthin Bridger
in England anno 1327 an die Stelle des großen
Architekten der Kingsbridger Kathedrale.
Eine Brücke bleibt
großer Bestandteil und roter Faden in diesem
Buch, und führt in vielen Abzweigungen in vier
Biografien, die alle durch vorerst ein Ereignis miteinander
verwoben werden. Da ist der Brief, mit dem die Geschichte
beginnt und endet, nur Mittel zum Zweck.
Ein rebellischer Merthin,
der um seine Karriere und gegen seinen grausamen Bruder
kämpft, den er trotz aller Geschehnisse liebt.
Schwankend zwischen Zorn und Wohlwollen gegenüber
diesem auf der einen Seite, verliebt er sich auf der
anderen in Caris, der Tochter des Ratsältesten
und erfolgreichen Wollhändlers Kingsbridges.
Eine kluge, junge
Frau, der die Zeit verwehrt, Ärztin zu werden.
Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, gepaart
mit ihren eigenen Wünschen und diese mit dem
Kopf durch die Wand durchsetzen zu wollen, bringen
sie letztendlich dorthin, wohin sie niemals wollte:
ins Zölibat des Nonnenklosters. Der Kampf einer
dynamischen Frau gegen alte Traditionen und ihr eigenes
Selbst.
Von dort aus ist sie
ihrer besten, in armen Verhältnissen aufgewachsenen
Freundin Gwenda durch ihre Arbeit Unterstützung
und Hilfe, aber auch Anlass, um Gwendas Geschichte
im Butterfly-Effekt weiterzuführen. Gwenda ist
auf der Suche nach der großen Liebe und ihrem
inneren Glück. Aufopferungsvoll und kämpferisch
stellt Follett ihr Leben durch die Grausamkeiten ihrer
Zeit dar und fast schleichend spürt man, wie
sie mit jedem Erlebnis ein Stück mehr erwachsen
wird.
Und schlussendlich
Ralph, der Gefallen an Gwenda und vielen weiteren
Frauen, Macht und Reichtum gefunden hat. Der Ehrgeizige,
wie sie es alle sind, der im wahrsten Sinne des Wortes
seinen eigenen Kampf führt. Den Kampf um an Macht
und Wohlstand zu gelangen. Gänzlich rücksichtslos
und brutal zeigt er, was alle anderen in einem fast
gewaltlosen Kampf in sich tragen, nach außen.
Sie
alle verbindet eines: die kirchliche Gewalt, vor allem
personifiziert durch Godwyn, der machthungrig in die
obersten Reihen folgen will und viele Wege immer wieder
mit seinen konservativen und auch engstirnig egoistischen
Handlungen durchkreuzt, und auch die Pest, die sie
alle in Schrecken, Trauer, Angst oder Ehrgeiz zwingt,
bis sie nach Wellen endlich Ruhe zu geben scheint
und dann doch wieder auflodert.
| Humor |
Action |
Spannung |
Anspruch |
Gefühl |
Erotik |
Recherche |
Stil |
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gelesen
von: aBraXaS
im: April/Mai 2008
Meine
Meinung
Dieses Buch ist der Kampf der Charaktere gegen kirchlich
überholte Traditionen in längst vergangener
Zeit. Der Kampf um Liebe, um Freundschaft, Anerkennung
und ums nackte Überleben, das Ken Follett facettenreich
darlegt und in immer wieder neuer Art und Weise umschreibt.
Letztendlich bedient er sich hier der altbewährten
Schriftstellertaktiken und fügt Gut und Böse
nahtlos ineinander über. Deutlich sind die Ähnlichkeiten
zu "Säulen der Erde". So werden verschiedenen
Charaktereigenschaften neue Namen zugeordnet, doch
im Grundprinzip verbleibt es im Gleichen, was aber
auch den Leser erreicht und dieses Buch ebenfalls
zum Bestseller aufstreben lässt.
Fiebernd liest man
Seite um Seite, um zum Höhepunkt der Szene zu
gelangen, doch manchmal zieht dieser sich etwas zu
ausführlich in die Länge. Trotz dessen kommt
man auf seine Kosten, kann aber durch seinen Vorgänger
und bekannte Stilmittel oft schon ahnen, was passieren
wird, oder sich zumindest auf zwei Möglichkeiten
festlegen, von denen eine dann auch eintrifft.
Folletts
Detailverliebtheit spiegelt sich grundsätzlich
in der Umgebungs- und vor allem Architekturbeschreibung
wider, währenddessen er es schafft, seine Charaktere
und zwischenmenschliche Szenen so perfekt in wenigen
Sätzen zu beschreiben, das auf Anhieb klar wird,
was gemeint ist. Letztendlich führt allerdings
die ausschweifende Beschreibung der Bauwerke zu leichten
Wiederholungen, aus denen allerdings deutlich hervorgeht,
wie gründlich Follett recherchiert hat. Des weiteren
wird trotz allem immer wieder deutlich, dass die Zeit,
in der die Geschichte spielt, kein Spielraum für
romantisch umschriebene Verschönigungen ist.
Sex,
Gewalt und Unterdrückung werden in klaren Worten
umfasst, ohne dass Follett dem Leser einen großen
Spielraum der eigenen Phantasie überlassen möchte.
Mitunter schlägt er dem Leser seine Worte klatschend
ins Gesicht und man versucht einen Moment, wieder
zu sich zu kommen, bevor man die Stelle noch einmal
liest und dann erst fortfahren kann. Für mich
eine Meisterleistung, für andere möglicherweise
auch etwas irritierend.
Wer
allerdings hochwertige Authentizität erwartet,
sollte dieses Buch nicht in erster Wahl lesen, sondern
es grundsätzlich dazu verwenden, abzuschalten,
um sich einer spannenden Geschichte hinzugeben, die
von modernen Einflüssen und Ansichten geprägt
ist. Ein biografisches Werk über junge Helden,
die wirken, als wären sie aus unsere Zeit ins
Mittelalter versetzt worden, wo sie versuchen, die
Welt ein kleines bisschen besser zu machen und sie
dorthin zu lenken, wohin sie einige Jahrhunderte später
tatsächlich auch ankommen soll.
Mit
diesem Mittel schafft Follett es, seinen Charakteren
das zu verleihen, was den Leser fesselt: man identifiziert
sie mit eigenen Ansichten und Charaktereigenschaften
und fiebert mit ihnen zum Ziel, und auf dem Weg dorthin
teilt der Leser mit ihnen Trauer, Schmerz, Not und
Leid, wie auch die Freude und Liebe, die sie empfinden.
Fazit:
Genau diese Mischung macht diesen Roman tatsächlich
zu einem solchen und zu einem Meisterwerk obendrein.
Auch wenn man sich immer wieder an die "Säulen
der Erde" erinnert fühlt, so ist es doch
eine eigenständige, in sich abgeschlossene und
neue Geschichte von Gut und Böse, die nicht verlangt,
den Vorläufer gelesen zu haben.
Ob
nun Romanze, Liebe, Karriere, Krieg, Kirche, Freundschaft,
Intrigen oder Macht und Rache - in diesem Buch ist
alles vorhanden. Hier kommt jeder auf seine Kosten,
der sich gerne gemütlichen Lesestunden hingibt
und sich in alte Zeiten zurückversetzen lassen
möchte.
"Die
Säulen der Erde", Vorläufer von "Die
Tore der Welt":

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