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Sie
haben mich verkauft
Autor: Oxana Kalemi
Genre: biografisch-authentische
Geschichte
ISBN-13: 978-3404616541
ISBN-10: 3404616545
Sprache: Deutsch
Verlag: Bastei Lübbe
GmbH & Co.KG (Bastei Verlag)
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Originaltitel: Mommy, come
home
Auflage I: 5. Mai 2010
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Bei diesem Buch verzichten wir auf eine Punktwertung
in Kategorien   
gelesen
von: aBraXaS
im: Sommer 2010
Der erste authentische
Bericht einer Frau, Oxana Kalemi, aus der Ukraine,
deren Leben mit ihrer Vergewaltigung im Teenageralter
vorgezeichnet wird. Auch wenn es noch eine Möglichkeit
gegeben hätte, trotz dieser Erfahrung doch noch
ein recht normales Leben leben zu dürfen, trifft
sie auf den falschen Mann und immer wieder spielen
ihr Umstände und Armut übel mit, sodass
sie ihre drei Kinder verlässt, um Geld im Ausland
zu verdienen.
Der unbändige
Wunsch, ihren Kindern nicht nur ein besseres, sondern
überhaupt ein Leben zu ermöglichen, lässt
sie Menschen vertrauen, die sie verschleppen und verkaufen.
Sie muss sich prostituieren, wo sie doch eine Erziehung
genossen hat, die ihr vorzeichnete, dass sie bis zur
Ehe Jungfrau bleiben müsse. Keine Aufklärung,
altertümliche Lebensverhältnisse mitten
in unserer Zeit, fehlende Bildung und höchste
Armut zerstören das Leben einer jungen Frau,
die sich nur im Glauben an ihre Kinder am Leben halten
kann.
Diese Grausamkeit
hat mich erschreckt. Die Grausamkeit der Menschenhändlerringe,
aber vor allem auch die Grausamkeit genau jener Menschen,
die sich als zivlisiert ansehen. Auch die eigene Grausamkeit
ist greifbar, wenn Oxana irgendwann wirklich keinen
Ausweg mehr zu sehen scheint und zur Flasche zu greift
oder sich das Leben zu nehmen versucht - trotz der
Gedanke an ihre Kinder. Die Verzweiflung ist greifbar,
dieses innere Gefängnis, der Schmerz und die
Kraftlosigkeit und Hilflosigkeit, auch wenn man sich
niemals vorstellen kann, wie es wirklich ist, in dieser
Situation zu sein.
Ein Weg und der Anspruch,
dass jeder mit offenen Augen durch seine eigene Stadt
geht und versucht zu helfen, wenn er merkt, dass da
jemand Hilfe brauchen könnte! Mitten unter uns
geschehen Dinge, die wir uns nicht einmal in unseren
kühnsten Träumen vorstellen, geschweigedenn
mit einer zivilisierten Gesellschaft verbinden. Doch
ohne diese gäbe es für die Menschenhändler
gar keinen Grund, ihr Geschäft weiterzubetreiben.
Wo keine Nachfrage ist, da ist auch kein Angebot -
wie blind muss man sein, zu glauben, dass diese Frauen
freiwillig tun, was sie tun?
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