Als ich 16 Jahre
alt war und gerade die mittlere Reife abgelegt hatte,
war ich erst einmal so froh von der Schule weg zu
sein, um endlich Geld zu verdienen. Ich begann meine
Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten.
Die Ausbildung und das spätere Arbeiten machte
mir eigentlich großen Spaß, doch bald
war ich damit nicht mehr zufrieden. Durch einen Zufall
erfuhr ich von der Möglichkeit, am Kolping-Kolleg
das Allgemeine Abitur in drei Jahren nachzuholen.
Und so bin ich hier gelandet.
Natürlich
hatte ich Respekt vor den bevorstehenden Aufnahmeprüfungen,
die man ablegen muss, doch die Teilnahme an den extra
dafür angebotenen Vorbereitungskursen, in denen
wir viel lachten und auch viel Spaß hatten,
nahm mir ein bisschen die Angst, und schnell hatte
ich das fast vergessen geglaubte Wissen der Realschule
durch die Lehrer, die die Kurse leiteten, wieder in
meinem Gehirn hervorgekramt. "Das sehr gut! Aber
ich sagen, das falsch" ;) Auch lernte ich bei
den Vorbereitungskursen sehr nette Menschen und "Bäume"
(Insider ;)) kennen, die genau
wie ich das Ziel vor Augen hatten, das Abitur am Kolping-Kolleg
nachzuholen. Mit einigen von ihnen bin ich nun auch
zusammen in der 11. Klasse, die sich langsam aber
sicher dem Ende neigt.
Dann war der Tag der
ersten Aufnahmeprüfung gekommen. Herzlich wurden
wir in Empfang genommen, was schon einmal wieder ein
bisschen die Aufregung reduzierte, aber natürlich
nicht gänzlich einäschern konnte. Und so
war es auch am zweiten und am dritten Tag der Aufnahmeprüfungen.
Nun hatten wir die erste Hürde hinter uns gebracht
und konnten die nicht enden wollende Zeit bis zur
Bekanntgabe der Ergebnisse fast nicht abwarten. War
es doch einigen von uns gar nicht mehr so sehr in
Erinnerung gewesen, dass ein reines Gefühl nicht
ausreicht, um zu bestimmen, ob man es nun geschafft
hatte oder nicht.
Dann aber kam endlich
der große Tag der erlösenden Wahrheit.
Wir Prüflinge trafen uns in der Aula und warteten
gespannt und fast schon zitternd auf die Ergebnisse.
Die, die es auf anhieb geschafft hatten, waren so
froh, dass auch bei ein paar wenigen die Tränen
kullerten, und man hörte reihenweise, wie die
Steine von den Herzen fielen. Doch da gab es noch
ein paar, die sich einer mündlichen Prüfung
stellen mussten, da sie das gesteckte Ziel knapp verfehlt
hatten. So begann das erneute Bangen, nicht nur für
diejenigen, sondern auch für uns, weil wir natürlich
auch wollten, dass sie es schaffen, denn es hatten
sich schon in den Vorkursen engere Kontakte ergeben,
die man nicht so einfach mal wieder loslassen wollte.
Nach gefühlter
Endlosigkeit war dann auch diese Zeit des Hoffens
vorbei, und wir begossen das erfolgreiche Bestehen
der Aufnahmeprüfungen auch für all jene,
mit denen wir mitgefiebert hatten, bei einem kühlen
Getränk auf dem Schlossberg mit der Vorfreude
auf den ersten Schultag und die darauf hoffentlich
schön werdenden drei Schuljahre. Wir konnten
es kaum erwarten. Möglicherweise könnte
das die erste und einzige Zeit gewesen sein, in der
man sich nach dem Ende der Sommerferien sehnt.
Dann war er endlich
da, nicht nur der erste Schultag, sondern auch der
Beginn des ersten Schrittes in Richtung eines neuen,
mehr erweiterbaren Lebens - einer neuen Zukunft, teils
sogar überhaupt einer. Am ersten Schultag wurden
wir abermals freundlich von unserem (nun neuen) Schulleiter
und seiner Stellvertreterin begrüßt und
in unsere zukünftigen Klassen eingeteilt. Nachdem
wir dann noch unsere Klassenlehrerin und unseren Klassenlehrer
vorgestellt bekamen, erhielten wir unsere Bücher,
und schon begann dann auch der erste Schultag mit
richtigem Unterricht. Und so waren wir schon mitten
drin - im Schulalltag und es sollten viele weitere
folgen.
Die Zeit verging.
Wir schrieben Klausuren, lachten viel zusammen und
hatten lange Ferien, die immer herbeigesehnt wurden,
dann viel zu schnell vergingen und sich doch jeder
freute, den anderen nach den Ferien wieder zu sehen.
Höhen und Tiefen haben wir in diesem Jahr verlebt,
einige Verabschiedungen, aber auch viele schöne
Momente. Man kann sagen, dass das erste Schuljahr
wie im Fluge verging - wenngleich auch nur rückwirkend,
denn währenddessen kommt es einem gar nicht so
schnell vor. Ja, aber in jedem Fall wie im Fluge verging
unsere Studienfahrt, die wir nach Barcelona unternahmen
(mehr dazu könnt ihr in Sirpas Bericht dazu lesen).
Eine Fahrt, die teilweise noch enger zusammenschweißte
und viel Spaß, aber auch Wissen brachte.
Schon war das erste
Schuljahr fast vorbei, unglaublich, wie die Zeit vergeht,
und irgendwie freut man sich schon auf die 12. Klasse,
in der es natürlich, wie auf jedem regulären
Gymnasium, keine Klassen mehr gibt, sondern alle Schüler
wild durcheinander gewürfelt in Kurse eingeteilt
werden. Wir werden wieder neue Freunde kennen- und
schätzen lernen, neue Bekanntschaften schließen
oder flüchtige vertiefen, die alten, mit denen
wir vielleicht zukünftig nicht mehr so viel zu
tun haben werden, ab und zu auf dem Schulflur oder
Pausenhof treffen, um ein kurzes Schwätzchen
zu halten. Aber da waren ja noch, zum Ende des Schuljahres,
die Projekttage (worüber ihr natürlich auch
hier auf der Schülerzeitungshomepage einige Berichte
dazu finden könnt), die den Schuljahresabschluss
der Klassen und Kurse sehr hübsch ausklingen
ließen, anstatt ein abruptes Ende zu finden.
Ich persönlich
bin sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein, um
hier am Kolping-Kolleg mein Abitur zu machen. Das
erste Schuljahr war doch anders, als auf jeder Regelschule,
und eine schöne Erfahrung - nicht zuletzt Dank
der netten Mitschüler, tollen Lehrer und den
vielen verschiedenen Veranstaltungen, die übers
Jahr verteilt angeboten wurden und weiterhin werden.
Diese machen das Schulleben interessant, und vor allem
wirklich abwechslungsreich.
Wenn
mich jemand fragen würde, ob ich diesen Schritt
noch einmal machen würde, könnte ich ohne
lang zu überlegen mit gutem Gewissen "Ja"
antworten und das Kolping-Kolleg wärmstens weiterempfehlen.
Ich freue mich auf die 12. "Klasse" und
bin gespannt, was Neues auf mich - und uns alle -
zukommen wird.
Denia
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