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Schülerzeitung des Kopling Kollegs Freiburg

 

 

Smørrebrød
Artikel der Schülerzeitung des Kopling Kollegs Freiburg

Diese Spezialität, die die Schweden erfunden haben sollen, gibt es in so vielen Variationen, dass man sich gar nicht umschauen kann vor lauter "Smørre" hier und "brød" da ... übersetzt heißt es schlicht und einfach (belegtes) Butterbrot.

Und auch wenn die Schweden viele klasse Dinge erfunden haben (schauen wir uns doch mal die praktische Büroklammer an oder ganz einfach: IKEA), so haben sie eines sicherlich nicht erfunden: Das Smørrebrød.

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© Studio Nouvelles Images

Smørrebrød ist ursprünglich ein Imbiss nicht aus Swenska, sondern aus dem guten, alten Dänemark. Ein Besuch in Kopenhagen lohnt sich allein dieser Spezialität wegen, denn freut man sich nichts ahnend auf eines der leckeren "Butterbrote", bekommt man erst mal den "Smørrebrødseddel" in die Hand gedrückt. Spricht man nun kein dänisch, kann man nur hoffen, diesen "Butterbrotzettel" in englisch oder französisch zu bekommen. Hat das mit den Sprachen keinen Sinn, dann hofft man am besten auf einen deutschsprachigen Kellner.

Doch irgendwie scheint das mit dem Bestellen auch dann nicht so einfach zu sein, denn Smørrebrødseddel enthalten in der Regel eine Auswahl von meist über Hundert Arten von Smørrebrødzutaten/-belägen.

Wenn man dann glaubt, leicht bestellen zu können, wenn man Lust auf Smørrebrød mit Krabben hat, dann ist man schief gewickelt, denn allein in dieser Kategorie gibt es gleich 20 Variationen. Nun, es wird also nicht einfach, ein Smørrebrød zu bestellen, wenn man sich die linke Seite der Garnituren von dem Smørrebrødseddel genau betrachtet. Doch schauen wir auch mal auf die rechte Seite *hehe*...

Da sollen wir nun also noch bestimmen, welche Brotsorte wir zum gewünschten Belag möchten, doch ein Aufatmen, es gibt ja nur Weiß-, Grau- und Schwarzbrot. Die dänische Sprache ist übrigens nicht all zu schwer ins Deutsche zu übersetzen. Die einzelnen Worte sind oft recht eindeutig. Es gibt also noch Hoffnung für alle Kopenhagenbesucher und solche, die es werden wollen. Wenn nur nicht die komischen Buchstaben wären... doch wer sich mit der Lautsprache in Lexika etwas auskennt, dürfte es hier nicht allzu schwer haben. Und die å's (genäseltes "o") sollten uns mehr oder minder durch diverse Werbung geläufig sein.

Doch kommen wir zurück zum Ursprung des Smørrebrøds, da wir durch diesen kleinen Exkurs jetzt wissen, was auf uns zukommen kann und wir uns dementsprechend wappnen können, wäre ein bisschen Geschichte kein Nachteil ...

Ja, wie ist es wohl gekommen, dass in Dänemark das belegte, verschwenderisch garnierte Butterbrot zu einer Sache aller Kreise und Schichten, sprich: des ganzen Volkes geworden ist? Das "Smörgåsbord" in Schweden (aha, es gibt also doch Vergleichbares in Swenska) ist doch eine Angelegenheit der wohlhabenden Kreise oder besonderer Feste, jedenfalls gewesen. Das Smørrebrød aber ist zu einer Sache aller geworden. Dänemark ist zunächst einmal ein Land mit ertragreichen Äckern und Weiden, klimatisch außerordentlich begünstigt, mit fleißigen, regsamen Menschen, die das Land zu einer Musterwirtschaft machten.

Getreide war eine Hauptnahrung. Und so gern man Grütze und Brei aß, lieber noch mochte man das Getreide in Form kräftiger Brote. Und wenn damals der Mann viel unterwegs war, das Brot ein wichtiger Bestandteil der Nahrung war (und ist) und "frau" es gut mit ihm meinte, dann packte sie eben viele gute Dinge auf und zwischen die Brote. Und wer im Büro seiner Arbeit nachgeht und in den Fabriken? Es ist eine lange Tradition von Bauern und Fischern bis zu Industriearbeitern – eine Tradition, die aus den Häusern in die Restaurants und mit in die Freizeit, in die Ferien wanderte.

Brot – das war die Grundlage. Erinnern wir uns, dass eine mächtige Scheibe Brot schon in früheren Jahrhunderten, bevor die Sitte des Tischgeschirrs allgemein üblich wurde, zum Braten gegessen wurde – soweit man nicht aus einer Schüssel speiste. So also wurde das Smørrebrød zur Volkstradition. So sehr, man glaubt es kaum, dass man in Kopenhagen und Umgebung in manchen Gaststätten ein Getränk bestellen und selbst mitgebrachte Brote dazu verzehren kann.

Und über allem liegt wirklich etwas so Heiteres, unverbindlich Fröhliches, als wäre die Luft mit Champagner erfüllt und der Schöpfer jener Melodie noch allgegenwärtig. Man möchte meinen, dass die Bevorzugung belegter Brote als komplette Mahlzeit zu einem etwas achtlosen Genießen verführt; aber gerade in Dänemark sind die Tisch- und Esssitten in allen Kreisen so tadel- und makellos, als wüsste man, was man sich und dem täglichen Brot schulde. Wenn Ihr also mal einen besonderen Abend mit geladenen Gästen machen wollt, warum dann nicht einmal dänisch-like?

Wenn Ihr eine Vielzahl von Garnituren und auch Reserven an Fisch, Fleisch, Geflügel, Wurst usw. habt, dann könnt Ihr Euren Gästen einen kleinen Smørrebrødseddel vorlegen uns sie selbst die Auswahl treffen lassen. Damit Ihr nicht selbst lange in der Küche steht, bittet doch einfach ein paar Leute, Euch zu helfen.

Und natürlich stehen all die Zutaten in der Küche nicht kunterbunt durcheinander, sondern da sind die Brote geschnitten, Butter, Sardellen, Kräuter usw., verschiedene "Salate" (Kopfsalatblätter, geschnittene Tomaten, Gurken, Oliven und Champignons), Geflügel und Fleisch, Fisch und Käse appetitlich vorbereitet. Für jeden Gast braucht Ihr zwei Teller: einen für die Brote mit Fisch und anderen Spezialitäten, und einen für all die anderen guten Dinge. Mit Aalborg Aquavit oder einem Tuborg-Olle-Bier (oder einfach einer großen Kanne kalter Milch) lässt sich alles doch perfekt abrunden und einen tollen Abend arrangieren!

Die Kunst des Smørrebrøds ist die Kunst des Anrichtens, Zusammenstimmens nach Art und Farbe und der sich ergänzenden, geschmacklichen Eigenarten der einzelnen vorbereiteten Dinge. Sie sind zu einer Entdeckung für kulinarische Feinschmecker geworden, weil die Dänen in unerschöpflicher Fülle und Phantasie die einzelnen Zutaten zusammenfügen und unnachahmlich garnieren. Wie wär's mit Pumpernickel, bestrichen mit Zitronen-, Meerrettich-, Senf-, Kräuter- oder goldgelber Butter (viele Sorten in kleiner Menge sind besser, als wenig Buttersorten in großer Fülle - etwa 250g Butter für fünf verschiedene Sorten).

Belegt mit einem Blatt Kopfsalat, dünnen Scheiben Gewürzgurke, Streifchen roter Paprikaschote, in Wein gedünsteten Apfelscheiben, gebräunten Zwiebeln, Tomaten- und Radieschenscheiben, feingehackter Petersilie und einigen Kressehälmchen, dann bedeckt mit einer Scheibe Braten oder Fleischbällchenscheiben, Hacksteak, rohem/gekochtem Schinken, Leberpastete, in Scheiben geschnittener Leberwurst, Geflügelsalat oder Hühnerbrust, und dann wiederum dekoriert mit ein paar Tupfern Mayonnaise, Senf, Remouladensauce, Ei-Scheiben, Meerrettichsahne, Pilzen oder und, oder, und, und, oder.... um nur eine Brotvariation von unendlich vielen zu nennen ...

Guten Appetit!
aBraXaS

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