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Schülerzeitung des Kopling Kollegs Freiburg

 

 

Ampelsystem für Nahrungsmittel
Eine Glosse über den Teufelskreis "Gesunde Ernährung"
Artikel der Schülerzeitung des Kopling Kollegs Freiburg
Thorwald Hoffmann (chaptainthriller) - aboutpixel.de
Im Laufe des Jahres 2009 soll es eine Ampel für Nahrungsmittel geben, das ist noch nicht sicher, weil die Industrie gerne andere - weiterhin verschachtelte Wahrheiten angeben möchte, um ihren Absatz nicht zu beeinflussen, aber zumindest ist es angedacht. Grün für Lebensmittel mit wenig Fett/Zucker/Salz, gelb für annehmbar und rot für das "Vorsicht"-Prädikat.

Ich würde es willkommen heißen, aber ich glaube, trotz allem bleibt es ein Dschungel, so wie offensichtlich immer mehr Dinge zum Dschungel werden, in dem sich nicht einmal mehr sogenannte Experten auszukennen scheinen: Datendschungel, Versicherungschinesisch, Handytarifverwirrungen, Preisvergleiche, bei denen man nicht mehr weiß, ob der angeblich neutrale Part nicht gekauft wurde, Medizin, Gesundheit, Diäten, Ernährung ...

Und somit überlasse ich meine Worte jetzt dem letzten Thema, das mit dem vorletzten anknüpft.

Wie viele Artikel wurden schon geschrieben, gelesen, überflogen, überblättert, im Fernsehen angesehen oder weggezappt, die um das Thema Ernährung handelten?

© kamikazefliege - aboutpixel.de

Vor allem auch von Frauen, die eben versuchen, ihr Gewicht zu halten oder zu reduzieren, von denen einige es nicht einmal nötig hätten, letzteres zu tun. Aber auch das Thema des Abnehmwahns wurde schon zuhauf diskutiert.

Gesättigte Fettsäuren? Im Augenblick ist wohl eher das Thema: gesättigte Informationen, aus denen man nicht mehr schlau wird, man weiß nicht mehr, wem man glauben soll, nicht mehr, was man kaufen, mögen, nicht mögen, bevorzugen, vernachlässigen oder lieber im Regal liegen lassen sollte. Dschungel. Und das auch in der Werbung, denn um diese zu verstehen, sollte man zumindest in Biologie, und besser noch Chemie aufgepasst haben - Ausdrücke und Bezeichnungen, weil sie wichtiger klingen. Cerealien (kennt nicht mal Word), anstatt Getreide - wer sagt schon, dass in seinem Joghurt Getreide drin ist. Hört sich ja nicht wirklich kaufenswert an.

© Bruno - aboutpixel.de
Ich habe zu viel Gewicht und das muss runter - es ist keine Einbildung, sondern Tatsache, was ich mit Zahlen belegen könnte, das aber sein lasse. Nun, ich muss mich also erst mal mit meiner Ernährung auseinandersetzen. Einiges habe ich gelernt und aus einer Ernährungsberatung mitgenommen. Wunderbar, klappte auch ganz gut soweit. Positive Erfolge - und zuhause?

Da wird einem das Essen leider nicht von einer Ernährungsberaterin gekocht, sondern man muss selbst ran. Außerdem ist das alles schon so lange her, dass ich eine Auffrischung bräuchte.

Suche ich also im Bekanntenkreis nach Leuten, die ebenfalls Ernährungsseminare besucht, teils sogar selbst gegeben haben. Hole mir hier Tipps und ich kann mich glücklich schätzen, eine gefunden zu haben, die mir nicht nur Tipps gibt, sondern jede Menge Unterlagen. Des weiteren habe ich ja auch ein Allgemeinwissen und einen logischen Verstand, der mir ebenso einiges erklärt sowie ein paar andere kleine Quellen, die scheinbar weiterhelfen könnten.

Die Zeit, in der man sich in Frauenzeitschriften Rezepte und Diätvorschläge durchliest, hab' ich schon vor einigen Jahren hinter mir gelassen, denn Ananas-Diät, Trennkost und FDH ist sicherlich nichts auf Dauer Gesundes oder Glücklich-machendes und ein Patentrezept gibt es nun einmal nicht, sonst würden das alle anwenden.
© Snygo - aboutpixel.de

So viel Verstand kann ich also aufbringen, wenn ich wieder irgendwo lese: "Die ultimative Diät entdeckt". Ich will aber keine Diät machen, sondern mich gesund ernähren. Zumindest mit einem haben sie alle Recht: die Ernährung muss umgestellt werden.

Dass ich dabei aber radikal vorgehen müsste, was der Mensch als Gewohnheitstier nicht mal eben so kann, das interessiert nicht. Klar nicht, man will ja mit seinen Artikeln und Rezepten keine aussichtslosen Prognosen verkaufen, sondern das Heft, und das verkauft sich eben nur, wenn man positive Effekte beschreibt und alles andere mal geflissentlich ignoriert.

Ein erstes Erfolgserlebnis stellt sich ein, weil ich mir einrede, dass ich es doch tatsächlich schon mal geschafft habe, eine grobe Aussortierung zu erhalten, die den Jojo-Effekt eben nicht begünstigt, weil es sich um keine Diät handelt, sondern um ernstzunehmende "Literatur". Nun begebe ich mich also dazu, diese Literatur und auch die dazuerhaltenen, für mich wertvollen Informationen zu sortieren. In der Hoffnung natürlich, ich könnte damit schon beginnen, einen Ernäherungsplan aufzustellen, in dem einfach alles gut werden wird.

Doch schon im Vergleich zweier Broschüren stellen sich Widersprüche ein, die dann gleichwohl noch mit einer dritten Möglichkeit kombiniert werden, aber gar nicht zusammen, sondern gegensätzlich beschrieben wird.

© Sven Barucha (selfmade1) - aboutpixel.de

So heißt es doch in einem, ich solle das Fett reduzieren und so gut wie möglich darauf verzichten. Halte ich für logisch, denn Fett kommt von Fett. Soweit so gut, doch braucht mein Körper auch Fett, um richtig arbeiten zu können.

Somit kann ich schon mal streichen, es komplett aus der Ernährung zu nehmen, wohl auch deswegen, weil mein Ziel ist, meine Ernährung so umzustellen, dass ich eben nicht verzichten muss, auch wenn ich reduziere, aber FDH soll es auch nicht werden - gesund eben, nachhaltig, dauerhaft. Mein erster Punkt auf der Liste ist also: Fett reduzieren. Die Frage, die sich hierbei nun stellt ist:

Welches Fett sollte man nehmen? Lieber pflanzliches, wird mir gesagt, also schaue ich in meinen Unterlagen, die teils sehr wissenschaftlich sind, und finde in den einen auch Bestätigung. In den anderen allerdings heißt es gleich auch, ich solle auch keine Margarine nutzen, denn auch wenn diese bekannter Weise pflanzlich ist, enthält sie eben Inhaltstoffe, die den Körper auf andere Art schädigen können. Also auch keine Margarine. Nehmen wir pflanzliches Öl, kann ich zwar nicht auf mein Brot schmieren, aber macht ja nichts. Beschäftige ich mich eben erst mit dem Braten und Salaten.

Dann heißt es natürlich, man nehme eine Teflonpfanne und brate sein Fleisch in Mineralwasser. Habe ich ausprobiert, gibt kaum Einbußen, schmeckt kaum unterschiedlich - mache ich so. Warum auch nicht?

Was ist aber mit meinen Salaten? Wer glaubte, dass Joghurtdressings gesünder als Essig-und-Öl-Dressings seien, der irrt. Nicht nur, dass im Joghurtdressing wieder von tierischem Fett die Sprache ist, es ist auch generell ein Dickmacher, wenn man sich hier nicht an den säuerlichen Naturjoghurt hält und das Dressing selbst macht. Allerdings haben wir hier dennoch wieder den Punkt mit dem tierischen Fett und davon wollten wir ja so gut wie möglich wegkommen, also keine Joghurtdressings, wenn man hier schon austauschen kann.

Lustigerweise habe ich jetzt entdeckt, dass es Fertigdressings gibt, die kein Öl enthalten. Fand ich gut. Aber bei näherem Hinsehen beinhalten sie einen großen Anteil Zucker und andere eigenartige Zugabestoffe, bei denen ich dann wieder erfahren muss, dass man von denen auch die Finger lassen sollte. Vor allem eben der Zucker ist es, der bei übermäßigem Verzehr zu Fett umgewandelt wird.
© Angela Huth - pxieltraeume.de - pixelquelle.de

Wenn das jetzt nur in der Salatsauce wäre, dann hätte ich hier wohl auch eine Ausnahme einbauen können, aber da ich ein sehr süß-essender/-trinkender Mensch bin, fällt diese Ausnahme flach, denn ich kann meinen Kaffee nicht ohne Zucker trinken und bin auch kein Fan von Mineralwasser, Süßstoffe machen mir Magen-Darm-Beschwerden und sind zudem auch nicht gerade gesund. Abgehakt.

Was mache ich also mit meinem Salat? Ich rühre die Sauce an mit Essig und Wasser, Kräutern und Gewürz und hoffe darauf, dass mir meine Freundin nicht an die Gurgel springt, weil das alles nach nichts schmeckt, denn Maggi ist ebenfalls nicht gesund wegen des Glutamats (ist also kein Kraut, auch wenn es nach Liebstöckel schmeckt) und Brühwürfel nach Omas Rezepten haben zu viel Salz, sind mit chemischem Eiweiß überlastet, haben gehärtete Fette und weisen ebenfalls einen hohen Anteil an Glutamat auf.

© heim_experimente - aboutpixel.de

Sie, meine Freundin, ist übrigens leidenschaftliche Salzesserin, ich bin hier glücklicherweise nicht sehr versalzen, sonst hätte ich noch ein Problem, um das ich mich zu kümmern hätte, denn Salz ist auch nicht gerade gesund für die Ernährung - zumindest, wenn es zuviel ist. Und hier würde es dann beginnen mit: Meersalz, mit Iod, mit Fluor oder ohne, das alles, oder ohne Zusatz?

Denn auch hier habe ich schon verschiedene Meinungen von verschiedenen Seiten gehört, denn das Iod soll gar nicht so gesund sein, wenn man mindestens ab und an mal Fisch isst.

Den dann nicht paniert und nicht geölt und überhaupt ... darf man eigentlich überhaupt was? - man soll dementsprechend sowieso auf Vitaminpillchen und ähnliches verzichten, denn durch das angereicherte Essen unseres Zeitalters bekämen wir von allem schon reichlich - oft zuviel.

Essen ist übrigens auch Kultur und nicht nur strikte Figurbeachtung. Essen soll Genuss sein, denn es ist das einzige, das wir täglich Gesunderweise fünf Mal tun sollten, und das in kleinen Portionen. Männer mögen es, wenn eine Frau weiß, wie man dezent speist, und generell schmeckt es doch einfach auch so gut, dass man wirklich lernen muss, Stopp zu sagen, das kann man ja mal wieder haben, nur nicht so viel auf einmal. Sprich: Darauf wäre dann noch zu achten.

Aber zurück zum Zucker, zum Fett und zur meinen Nachforschungen. Machen wir einen Zwischenstand: Wir haben herausgefunden, dass wir unser Fleisch in Mineralwasser braten und unseren Salat mit Kräutern, Essig, Wasser und Gewürz anmachen, aber nicht viel Salz verwenden und keine Gewürzsaucen.

Welches Fleisch wollen wir haben? Ein gutes, das ist klar.

Hier stellt man sich dann einfach um, in dem man Pute oder Hähnchenbrust (nicht gegrillt, keine Haut - nur damit wir uns verstehen) nimmt, das ist das magerste Fleisch. Wer jetzt zusätzlich noch der Überzeugung ist, er müsste Ökoprodukte verwenden und gleich darauf achten, wie die Tiere vorher gelebt haben, sollte meiner Ansicht nach Veganer werden.
© Snygo - aboutpixel.de

Da ich dieses "Problem" nicht habe, fällt es mir einfacher, bei diesem Fleisch zu bleiben, auch wenn es teurer ist als Schwein.

Schwein lasse ich gerne weg, es schmeckt ganz okay, aber noch lange nicht so gut, wie Geflügel (Ente ist übrigens tabu - viel zu viel Fett). Kalb bzw. eher Rind ist als Alternative dann auch ganz wichtig, denn man bekommt aus gesundheits-/hygienegesetzlichen Gründen irgendwie - zumindest in "meinen" Supermärkten - kein Hackfleisch aus Geflügelfleisch, und einen Fleischwolf habe ich zuhause nun einmal eben nicht und will mir auch keinen anschaffen.

Auf unserer Liste können wir also auch das Fleisch abhaken, das natürlich wenig gesalzen und in Mineralwasser gebraten wird. Es beginnt schon fast Spaß zu machen, sich ein Menü zusammenzustellen, aber nur fast, denn vergessen wir nicht, dass man ja nicht täglich das gleiche essen möchte, aber egal. Der Gesundheit zuliebe sollte diese Zeit schon sein.

Ich begebe mich nun dazu, mir zu überlegen, was ich zu diesem Fleisch serviere. Salat gibt es ja schon. Zwiebeln mag ich nicht, das ist nicht gut, wenn man damit rechnen möchte, körperlicher Lust mit seinem Partner nachzugehen und Knoblauch schlägt sich somit meistens ebenfalls aus.

© Petra Hager (phager) - aboutpixel.de

Gemüse. Gemüse ist gesund. Das lernt man schon als Kind. Natürlich schmeckt der Spinat mit dem "Blubb" am besten, aber genau dieser "Blubb" ist es, der fett macht - Sahne. Kein Wunder.

Fett ist Geschmacksverstärker, also müsste ich Blattspinat nehmen. Mancheinem mag der schmecken, mir nicht, also suche ich mir anderes Gemüse. Was sagte man mir also noch:

Man solle schockgefrorene Gemüsesorten nehmen, denn da seien die meisten Vitamine drin. Ich dachte zwar immer, ich kaufe lieber frisch, aber wenn das jetzt von allen Seiten kommt, vertraue ich darauf und ich bin überzeugt, dass es stimmt. Wenigstens was. Auch wenn ich keinen Vorrat anlegen kann, denn in mein Gefrierfach passen angeblich drei Liter, was mir oft aber nicht so vorkommt.

Schockgefroren sind dann allerdings nicht nur die Gemüsesorten, sondern auch die beigefügte Kräuterbutter, der Rahm, die Sahne oder was auch immer. Ich muss also in den kleinsten Teil der Gefriertruhe ausweichen, um Gemüse zu finden, das ohne Zusatz schockgefroren ist. Ist nicht viel Auswahl, aber möglich. Ich hab' das auch schon gekauft, man versucht es ja.

Aber habt Ihr schon mal Gemüse gegessen, das gedünstet wird, dem man kaum Salz zufügen sollte, sondern Kräuter, die man sich meist einfach nicht leisten kann, weil man Bafög bekommt, das nicht reich macht, und auf die Sauce zu verzichten hat, weil eben die hauptsächlich mit Zutaten gemacht wird, die fettig sind bzw. fett machen? Ich kann das mal, aber ich kann das nicht jeden Tag.
© Mandanadine - aboutpixel.de

Mir wird davon nach einiger Zeit wirklich ziemlich schlecht und die Lust auf Gemüse will ich mir nun nicht verderben.

Aber gut, nehmen wir in die Liste auf, dass man ab und zu auch mal schockgefrorenes Gemüse dazu dünsten kann, das keinen Zusatz auf Butter oder Rahm hat. Fortschritt, der begeistert. Und vielleicht ringe ich mich auch mal dazu durch, Blattspinat zu konsumieren, auch ohne Blubb und weitere Zusätze. Erbsen, Karotten ... ach nein, Karotten sollte man dann als Raucher auch dezent essen, denn mittlerweile ist bekannt, dass Betakarotin für Raucher schädlich ist, gar krebserregend, weswegen man damalige Studien sofort stoppen musste.

© Rainer Sturm (stormpic) - aboutpixel.de

So verwandelt sich die Forschung und auch die Erkenntnis, und man erlangt von einigem endlich Gewissheit, das in fünfzehn Jahren wahrscheinlich wieder umgeworfen wird.

Im Augenblick aber soll es Fakt sein, also halte ich mich daran, um kein Risiko einzugehen, denn ich mag einfach nicht aufs Rauchen verzichten.

Verhält sich zwar als Widerspruch zum gesunden Leben, aber gut, auch hier soll es weiterhin um die Ernährung gehen und nicht um schlechte Angewohnheiten, die zur Kategorie Sucht zählen.

Wie schon gesagt und erklärt, kann ich aber nicht immer Putenfleisch in Salat schneiden oder Gemüse dazu machen. Eigentlich sollte man ja auf Nudeln verzichten, aber andere sagen, man muss nicht drauf verzichten, warum auch, will ich ja auch nicht - und man hört gern eher denen zu, die einem sagen, was man hören möchte. Daher werde ich meine Nudeln auch nicht immer mit Reis austauschen. Nudeln mit Bolognesensauce, das ist lecker und ich suche also mal Nudeln raus, kann Geflügelfleisch, wie schon erwähnt, nicht in Hackfleischform kaufen und greife dann zum Hackfleisch aus Rind, auch wenn es teurer ist, als das vom Schwein.

Jetzt geht es an die Sauce. Die beste, die ich kenne, ist immer noch die aus der Tüte (oder die meines Vaters, aber der lebt ja nicht mehr, also nehme ich die aus der Tüte), aber wenn man hier mal liest, sollte man sie gleich im Regal stehen lassen - wie alle anderen Tütengerichte ebenso. Nicht nur, dass da so viel unnatürlicher Kram drin ist, es ist auch Zucker drin ohne Ende und ich mag auf anderen Zucker in meinem Leben nicht verzichten, also kann nicht auch noch in meiner Sauce Zucker sein. Somit wird sie selbst gemacht, wozu ich leider nicht immer Zeit und Lust habe, aber dann wird es zumindest gesünder.
© Melodia - aboutpixel.de

Hier natürlich auch wieder mit Mineralwasser braten, nicht zu viel Salz, gute Zutaten aus Tomaten und somit kann ich dann eine eigene Sauce machen, die zwar gut schmeckt, aber nicht so, wie ich sie gerne hätte, aber es ist eine Alternative - das Grummeln in meinem Gehirn versuche ich einfach mal zu ignorieren, dann klappt's auch mit dem Lächeln.

© Christoph Ruhland (YariK) - aboutpixel.de

Zum Reis zurück: hier natürlich ist das eine wirklich gute Alternative zu Nudeln und man kann auch gefüllte Paprika damit machen, zwar wieder mit Hackfleisch, aber das ist auch in Ordnung. Hätten wir schon drei, wenn wir kombinieren, schon vier Gerichte, vielleicht nach Kreativität auch mehr.

Der Saft der Paprika ist zwar nicht ganz ausreichend, um den trockenen Reis zu beleben, aber das macht dann der Rest des Rindfleisches, was ich dann aber nicht jeden Tag machen kann, denn das ist ebenfalls: fett.

Problem ist aber noch Frühstück und Abendbrot. Ich frühstücke zuhause überaus ungern, obwohl mir von allen Seiten gesagt wird, dass das die wichtigste Mahlzeit ist - bitte keine Leserbriefe, ich glaub es ja! Ich kriege jedenfalls früh morgens nichts runter, und da komme ich auch nicht drum rum. Ich könnte jetzt Cornflakes essen oder ein Joghurt, aber Erschreckenderweise muss ich ja feststellen, dass Cornflakes gar nicht gut sind (die, die schmecken, haben definitiv viel zu viel Zucker und alle anderen schmecken - mir zumindest - nicht, oder ich muss bei jedem Bissen glauben, dass im Müsli Ungeziefer verarbeitet ist. Man schaut ja Stern TV, da wird einem so was erzählt) und dass Joghurt gar nicht so gesund ist, wie man immer glaubt.

Joghurt ... viel zu viel Zucker, das in Fett umgewandelt wird und das Fett, das da noch wenig drin sein soll, ist dann auch noch tierisch - fertiger Fruchtjoghurt wird von seriösen Ernährungsberatern als Süßigkeit behandelt, und was soll man nicht zu viel essen, wenn man aufs Gewicht und seine Gesundheit achten muss? Richtig. Süßigkeiten. Aber auf Joghurt zu verzichten? Geht gar nicht.

Also sollte man Früchte nehmen und diese in Naturjoghurt mixen. Habe ich schon gesagt, dass ich zuckerliebend bin? Okay, kein Zucker, bestenfalls auch keinen Honig, keine Süßungsmittel, die Süße der Früchte muss reichen. Da würde ich ja gerne Bananen nehmen, da freue ich mich schon drauf - aber nein, die sind unter dem Obst die Fettmacher, aber alles andere verträgt mein Magen nicht auf Dauer durch die Fruchtsäuren ...
© Bruno - aboutpixel.de

Spricht also schon mal gegen eine Obstdiät, die ich ja eh nicht machen möchte. Aber ich hätte mich schon darauf einlassen können, mehr Obst zu essen, vor allem wäre das etwas gewesen, das mir richtig Freude bereitet hätte. Juhu, endlich etwas gefunden, das ich der Gesundheit und Figur zuliebe machen kann, so schwer ist es ja doch nicht.

Und: ach nee, doch nicht, denn egal was ich finde, ich sollte langsam dazu übergehen, mir klar zu machen, dass es eben niemals schön wird, denn: Man soll seinen Obstkonsum (ob nun Früchte oder frisch gepressten Saft) pro Tag auf 300g beschränken, alles andere wäre wieder nicht so gesund. Und somit muss ich hier auch wieder Einschränkungen machen - auf der anderen Seite, wenn ich doch schon austauschen möchte, wird mir hier wieder ein Riegel vorgeschoben. Frustrierend - ganz ehrlich!

© psmola - aboutpixel.de
Alternativ soll man auch Marmelade in ein Naturjoghurt rühren dürfen, weil das immer noch besser sei, als einen gekauften, gesüßten Joghurt zu essen. Aber da frage ich mich dann wieder nach dem Zucker, denn Marmelade wird bekannter Weise aus 50% Früchten und 50% Zucker gemacht. Daher schreckt mich das schon "etwas" ab und klingt mehr als Widerspruch, als als alles andere.

Aber behelfen wir uns einfach mit dem einfachen Fruchtjoghurt, das man sich selbst aus Naturjoghurt und Früchten macht, ohne zu süßen. Hatte ich schon erwähnt, dass ich nicht verzichten wollte?

Ein Brot oder zwei wären gut, denn in der Schule kommt mein Frühstückshunger dann doch, das kenne ich schon - und in der Mittagspause sollte man ja auch nicht ohne da sitzen (Frittenbude, Dönerladen, Pizzeria oder Bäcker sind ohnehin tabu). Denkt man, dass Vollkornbrot das Beste wäre, hat ja viele Ballaststoffe, irrt man allerdings, denn liest man mal die Zutaten des dunklen Brotes, das man so kaufen kann, durch, findet man dort erschreckenderweise Zuckerrüben- und Karamellsirup, was mich das Paket dann definitiv wieder ins Regal zurückstellen lässt.

Pumpernickel hat das nicht, zumindest das echte, aber das ist auch so trocken, dass man es ohne Frischkäse (Fett, tierisches), Butter (noch mehr tierisches Fett) oder Margarine (wird wegen anderer Inhaltsstoffe abgelehnt) einfach kaum essen kann. Quark. Quark wäre die Alternative, schmeckt säuerlich, kann man mit Kräuter anreichern (wie war das mit dem Preis?),
© Angela Huth - pixeltraeume.de - aboutpixel.de

sollte Magerquark sein, ist auch tierisches Fett, aber dennoch noch besser als alles andere, aber ob es dann auch ständig und immer schmeckt, ist fraglich. Ich jedenfalls bekomme nach einigen Tagen davon einen Heißhunger auf alles andere, was nicht Sinn der Sache sein kann, denn den soll man ja nicht heraufbeschwören.

Man kann übrigens für ein Croissant ganze fünf Laugenbrötchen essen. Natürlich sollte man das nicht tun, aber es ist natürlich schön zu hören, dass es was gibt, das man essen kann und einiges einspart. Bestenfalls aber verzichtet man schon auf solche Backwaren, wobei ich noch mal betone, dass ich nicht gänzlich verzichten werde, daher nehme ich die Alternative an, muss aber dann eben weiteres suchen, was ich einschränke.

© Soundboy - aboutpixel.de

Nehmen wir den Aufschnitt: Käse und Wurst mag ich sehr gerne, aber zusammen soll man sie nicht essen, denn das Phosphor in der Wurst macht das Kalzium im Käse kaputt.

Puren Käse mag ich allerdings nur, wenn ich wirklich grade Lust drauf habe. Also wird es eben nicht kombiniert und endet dann doch bei der Geflügelwurst, die je nach Anbieter sogar schmeckt.

Tomate, Gurke oder Paprika drauf und noch ein Salatblatt und ich bin glücklich. Somit wäre das eigentliche Frühstück in der Schule gerettet und wenn ich gut drauf bin, kann ich mir meine 300g-Portion Obstsalat auch noch mitnehmen, natürlich ungezuckert. Mache ich übrigens nicht, denn morgens mag ich wach werden und mich nicht an klebrigen Fingern stören müssen, weil ich Obst klein schneide. Aber zumindest wäre da so eine Möglichkeit.

Jetzt soll man täglich mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit trinken, im Sommer oder beim Sport, den ich ja meide, gar noch mehr. Was wird empfohlen? Klugerweise sind sich hier alle einig: Wasser, gleich ob still oder mit Kohlensäure, oder ungesüßten Tee. Ich hatte erwähnt, dass ich Zucker liebe? Und genau hier ist das Problem, dass ich auf diesen nicht verzichten möchte: Bei den Getränken. Wenn es warm ist und ich wirklich Durst habe, dann trinke ich gerne ein Wasser, aber das ist nicht die Regel. Tee ist super, aber ungesüßt schmeckt er mir nicht.

Ich habe natürlich in meinen klugen Artikeln auch gelesen, dass dieses Zuckerlechzen reine Angewohnheit ist. Ich könnte mich also wohl umgewöhnen, aber ich mag nicht und so wird es vielen gehen, die ebenso, wie ich, nicht auf alle Annehmlichkeiten in der Esskultur verzichten wollen. Was mache ich also? Ich gehe in den Supermarkt und schaue mir die Kalorien an. Ich wollte niemals Kalorien zählen, ich hatte einen Schwur darauf abgeleistet, aber mir bleibt ja keine andere Wahl. Es soll nicht ungesüßt sein, aber es soll auch nicht viel Zucker haben und viele Kalorien schon gar nicht. Süßstoff ist ebenfalls tabu.

Apfelsaftschorle geht nur, wenn man ihn selbst zusammenmixt aus 100%igem Saft ohne Zuckerzusatz und Wasser, mache ich auch hin und wieder, zuviel allerdings schlägt mir mal wieder auf den Magen und ich habe die Befürchtung, irgendwelchen Allergien zu unterliegen, wenn ich zuviel davon konsumiere, obwohl es wirklich schmeckt. Dazu kommt aber auch, dass man ja nicht mehr als 300g Obst und so weiter - und da zählt der Apfelsaft mit rein.
© mp3_master - aboutpixel.de

Also muss ich noch anderes finden. Limonade sollte natürlich komplett tabu sein. Wenn wir knapp bei Kasse sind, geht es leider schlecht, aber zumindest versuche ich den gesüßten Sprudel durch Apfelsaft auszutauschen, wenn mein Magen mitmacht. Und mittlerweile haben wir jetzt auch einen "Soda Club", der uns einiges erleichtern wird - so hoffe ich. Was ich im Supermarktregal allerdings auch finde, sind wirklich leckere Getränke, die wenig bis kein Zucker haben und nur sehr wenige Kalorien, aber die sind dann so teuer, dass wir sie uns nur im Ausnahmefall auch wirklich leisten können. Schade eigentlich.

Kaffee ohne Zucker geht gar nicht. Ich verzichte ja schon sehr oft auf Milch, die tut meinem Magen nämlich auch nicht gut (mal abgesehen davon, dass Milch im Grundprinzip gar nicht für den Menschen geschaffen ist), aber da brauche ich viel Zucker, viel Milch und manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt hin und wieder Kaffee trinken, denn meiner schmeckt sicherlich nicht mehr danach, als wäre er mal eine Bohne gewesen.

© Ronald Leine - aboutpixel.de

Egal, brauche ich manchmal, glücklicherweise nicht täglich. Süßstoff kommt nicht in Frage und Honig kann ich da ja schlecht rein machen, wobei wir auch hier bei den Getränken wären, bei denen ich auch meine Portion Zucker einfach nicht verzichten möchte.

Ich bin ja froh, kein Cola-Problem zu haben, denn hätte ich eins, dann hätte ich wirklich eins. Dennoch bringt es mich in der Gesamtheit auch nicht viel weiter.

Schlussendlich habe ich mir mal gedacht, dass ich vielleicht einfach auf Fitnessprodukte umsteige, aber Pustekuchen. Ich hab in einer als Welnessdrink-mit-wenig-Fett angepriesenen Flasche Trinkjoghurt Sahne entdeckt, und wenn man diese wenig-Fett-Sachen mal genauer unter die Lupe nimmt, findet sich da so viel Zuckerzusatz in verschiedensten Varianten, dass man sich gleich davon abwenden kann.

Es ist unglaublich, wie irreführend das alles ist, und es noch viel unglaublicher, wie viele Stunden man für einen kleinen Einkauf braucht, wenn man mal genauer hinschaut. An manchen Tagen hab' ich dann echt keinen Bock mehr und kaufe wahllos, denn ich hab keine Lust, mir meinen Tag zu verderben oder Zeit zu verschwenden, in dem ich stundenlang da stehe, die Inhalte lese und mir bestätigen lasse, dass überhaupt nichts Gesundes drin ist, auch wenn groß und breit "gesund und fettarm" draufsteht.

Es ist unglaublich, wie sehr die Firmen sich um die Tatsachen lügen, und wie viele Leute drauf reinzufallen scheinen, nur weil Wellness drauf steht. "Bio" ist da auch so ein Thema für sich. Das boykottiere ich mittlerweile übrigens, denn wo "Bio" draufsteht ist oft nur Lüge oder Oberflächlichkeit drin bzw. Würmer, aber das gehört in einen anderen Aufsatz.

Ich habe mich übrigens auch darüber informiert, wie man am besten plant. Mal heißt es, man solle täglich so und so viel Fett und Kalorien zu sich nehmen und nicht mehr, der neuste Tipp ist, das auf den ganzen Monat zu verteilen und zu sagen: zwei Tafel Schokolade in einem Monat, wenn ich die an einem Tag esse, bin ich selbst Schuld, aber gebe mir dann nicht 'nen psychischen Stress, was natürlich klug klingt und wohl auch klug ist.

Manchmal aber denke ich mir dann in meinem Frust, ich sollte für den Rest meines Lebens planen und wenn ich 10 Tafeln am Tag esse, macht es dann ja auch nichts aus. Schade nur, dass ich nicht weiß, auf welche Zeit ich planen muss. Denn wenn ich jetzt wüsste, dass ich nur noch einen Tag zu leben hätte, dann wäre es mir diesen Stress garantiert nicht mehr wert.

Nun, ich lasse das jetzt einfach mal so stehen. Ach ja: ich bin für die Ampel auf den Lebensmitteln, auch wenn sie wieder irgendwas finden werden, um die Kunden zu täuschen - die lieben Firmen.

Aber noch viel lieber wäre mir ganz eindeutige Aussagen und das Verbot "Gesundheit" zu verkaufen, wenn doch gar keine drinsteckt, und diese Aussagen sollten sich auf das Gesamtprodukt beziehen und nicht auf einzelne Inhaltsstoffe, die sowieso keiner versteht.

Danke fürs Zulesen ;)
aBraXaS

© Sven Schneider (N-Loader) - aboutpixel.de

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